Kontext, interessierte Parteien ISO 9001:2015

Aktualisiert: Apr 7

Allgemein


Unsere Arbeitsvorlage "Kontext- und Risikobetrachtung" deckt die Anforderungen der ISO 9001:2015 ab, die in den Kapiteln


  • 4.1 (Verstehen der Organisation und ihres Kontextes),

  • 4.2 (Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien) und

  • 6.1 (Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen)

formuliert werden.


Um die Anforderungen der Kapitel 4.1 und 4.2 sinnvoll ordnen zu können, eignet sich das St. Galler Managementmodell (Abb. 2), denn dort sieht man gut, wie die Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2015 interpretiert werden könnten.


Normkapitel 4.1 - Verstehen der Organisation und Ihres Kontextes


4.1 fordert das Verstehen der Organisation und ihres Kontextes und sagt sinngemäß

  • Die Organisation muss externe und interne Themen bestimmen.

  • Diese Themen müssen für die Ergebnisse des Qualitätsmanagementsystems relevant sein.


Der Kontext des Unternehmens sind im St. Galler Managementmodel die Umweltsphären, aus denen relevante Themen abgeleitet werden sollen.


Normkapitel 4.2 - verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien


Kapitel 4.2 der ISO 9001:2015 fordert das Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien (Neudeutsch Stakeholder) und sagt sinngemäß:

  1. Die Organisation muss alle interessierten Parteien und die Anforderungen dieser Parteien an die Organisation bestimmen.

  2. Dann muss die Organisation herausfinden, welche dieser Anforderungen sie beeinflussen (könnten).

  3. Beeinflussen bezieht sich hier im Sinne der ISO 9001 auf: Die Fähigkeit der Organisation, mit den Gesetzen und anderen Anforderungen übereinstimmende Produkte und Dienstleistungen herzustellen.

Die interessierten Parteien sind im St. Galler Managementmodell die blau hinterlegten Felder (z.B. Staat, Lieferant usw.).

Weitere Orientierung geben die nachfolgenden Tabellen Abb- 3 und Abb. 4.


Die Qualitätsdimensionen aus Abb. 3 bzw. Abb. 4 lassen sich in der Folge gut in Spinnennetz-Diagrammen darstellen und auswerten. Das ist nicht Bestandteil der Kontext- und Risikobetrachtung, könnte aber eine gute Orientierung für Qualitätsziele und Kennzahlen des Unternehmens sein.


Umsetzung


Für die Umsetzung der Anforderungen aus den Kapiteln 4.1 und 4.2 der ISO 9001:2015 in Ihrem Qualitätsmanagementsystem genügen eigentlich zwei Tabellen, die man mit Orientierung am oben erwähnten St. Galler Managementmodell ausfüllt:

  1. Eine Tabelle, die die verschiedenen Kontexte, in denen sich das Unternehmen bewegt in der einen Spalte nennt und deren konkrete Herausforderungen (das sind die Themen, von denen die Norm spricht) für das Unternehmen in der anderen Spalte. Nicht vergessen, dass das Unternehmen auch interne Themen hat, die es bewältigen muss. Also Beispielsweise Probleme mit Prozessen, Mitarbeitern, nicht besetzte Stellen, Demografie usw.

  2. Eine Tabelle, die die verschiedenen interessierten Parteien, in denen sich das Unternehmen bewegt in der einen Spalte nennt und deren konkrete Anforderungen an das Unternehmen in der anderen Spalte.

Wenn man nun einige Kapitel der ISO 9001:2015 überspringt und im Kapitel 6.1 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen weiterliest, dann findet man die folgende sinngemäße Anforderung der Norm:

Die Organisation muss die Themen und interessierten Parteien berücksichtigen und außerdem Maßnahmen gegen Risiken und für Chancen bestimmen, um sicherzustellen, dass:

  • das Qualitätsmanagementsystem seine gewünschten Ziele erreichen kann (siehe dazu Qualitätspolitik)

  • erwünschte Auswirkungen zu verstärken (Chancen nutzen)

  • unerwünschte Auswirkungen zu verhindern oder verringern (Risiken reduzieren)

  • Verbesserung zu erreichen

Langsam aber sicher - Ihr Weg zum Zertifikat nach ISO 9001:2015

Wie man oben sieht, referenziert die ISO 9001 hier selbst auf die Kapitel 4.1 und 4.2. Es muss also eine sinnvolle Art gefunden werden, die Anforderungen der ISO 9001:2015 aus Kapitel 6.1 mit den Anforderungen aus den vorgenannten Kapiteln zu verbinden.


Eine gute Variante dafür ist die SWOT Analyse, in der die externen Chancen und Risiken den internen Stärken und Schwächen gegenübergestellt werden. Man sollte jedoch beachten, dass diese Variante vor allem für größere Unternehmen ab ca. 50 Mitarbeitern sinnvoll ist und für noch kleinere Unternehmen einen zu großen Aufwand darstellen dürfte, gemessen am Nutzen.


Für diese besagten kleineren Unternehmen hilft eine einfache "Analyse" von typischen Risiken, die ein Unternehmen typischerweise treffen können. Fordern Sie hier unsere Vorlage dafür an. Vergessen Sie nicht, unsere Vorlage mit den für Ihr Unternehmen spezifischen Risiken und Chancen zu vervollständigen, die sich aus den oben analysierten interessierten Parteien und dem Kontext des Unternehmens ergeben.

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